Frederike Neuber, Dr. phil.

Rationales Argumentieren

Ich bin Philosophin mit Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit, Umweltethik und Klimaethik sowie Argumentationstheorie.  Ich arbeite methodologisch an der Schnittstelle von analytischer und praktischer Ethik.

Meine Forschungsschwerpunkte sind die Bedingungen und normative Grundlagen der sozial-ökologischen Transformation der Gesellschaft. Insbesondere interessiere ich mich für 

  • Praktiken und Kulturen der Nachhaltigkeit;
  • Suffiziente Lebensstile und Wirtschaftsweisen;
  • Heterodoxe Ökonomie (z.B. Gemeinwohl-Ökonomie, Post-Wachstum, feministische Ökonomie);
  • Technikbewertung, Technik und Nachhaltigkeit;
  • Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE).

Seit März 2022 arbeite ich an der Universität Rostock als Studiengangskoordinatorin für den neu zu erstellenden Master für Nachhaltigkeit am Institut für Anglistik und AmerikanistikIch lehre an der Universität Rostock am Institut für Philosophie zur Umwelt- und Klimaethik. 

Seit November 2021 forsche ich an der Universität Kiel in einem BMBF-geförderten Forschungsprojekt zur ethischen Bewertung von Carbon Dioxide Removal Technologien

Im November 2020 habe ich das Büro für Argumentation und Diskurs mit Prof. Konrad Ott gegründet, das sich auf die Analyse und Darstellung umweltethischer Diskurse spezialisiert. Ich bin zudem freiberufliche Dozentin in den oben genannten Themengebieten. 

Aktuelle Forschungsprojekte

STEPSEC zielt auf eine robuste und umfassende Bewertung von Potentialen und Auswirkungen der gängigsten landgestützten Methoden zur Kohlendioxid-Entfernung (CDRL) unter sozio-ökologischen Gesichtspunkten ab. Zu diesem Zweck wird ein umfassender Bewertungs-Rahmen erstellt, der einerseits die Auswirkungen von CDR auf das Erdsystem untersucht, andererseits soziale, wirtschaftliche, ökologische und ethische Aspekte mit einbezieht. Dadurch können Co-Benefits und Trade-offs hinsichtlich anderer Ziele für nachhaltigen Entwicklung identifiziert werden. Insbesondere gesellschaftliche und ethische Konflikte können dabei Hindernisse für die Umsetzung von CDRL darstellen. Im Austausch mit Interessenvertreterinnen wird STEPSEC sozioökonomische Pfade für Deutschland untersuchen und erforschen und mögliche Szenarien für die Umsetzung erstellen.

Das Teilprojekt STEPSEC-CAU trägt zum Gesamtprojekt bei, indem es ethische Kriterien für die CDRL-Bewertung bereitstellt und diese Kriterien zur Bewertung ausgewählter CDR-Technologien anwendet. Ausgehend von Überlegungen zu inter- und intragenerationeller Gerechtigkeit, Klimaethik und Umweltethik werden zentrale ethische Leitlinien formuliert. Dabei wird STEPSEC-CAU sowohl mit den Partnerprojekten als auch mit StakeholderInnen zusammenarbeiten, um die Relevanz und Vollständigkeit der Leitlinien sicherzustellen. In der zweiten Phase des Projekts werden die erarbeiteten ethischen Kriterien anhand ausgewählter Einsatzszenarien von CDRL-Technologien, wie Aufforstung, Bioenergy with Carbon Capture and Storage und Direct Air Capture, getestet. Dabei werden Zielkonflikte mit anderen Nachhaltigkeitszielen identifiziert und bewertet. Dies schließt die Bewertung internationaler und intergenerationeller Lastenverteilungen ein. Das Ergebnis ist ein umfassender Katalog ethischer Kriterien und ein (vorläufiges) Urteil über ethisch vertretbare Einsatzpläne. (Projektbeschreibung von der Homepage CAU).

Laufzeit: 11/2021 – 10/2024

Mittelgeber: Impressum - ML2R

Link zum Projekt

(Projektbeschreibung von der Homepage CAU) Im Rahmen des Projekts „Natural Climate Solutions: Eine Potentialabschätzung für Norddeutschland“ werden Natural Climate Solutions (NCS) als Teil eines Instrumentenportfolios zur Reduzierung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre untersucht. Die Implementierung von NCS hat zum Ziel, die CO2-Aufnahmekapazität der natürlichen Senken zu vergrößern. Die Maßnahmen können zum einen das Potential für win-win-Situationen haben, beispielsweise wenn NCS zu vermehrtem Natur-, Biodiversitäts-, Wasser- und Bodenschutz oder erhöhter Resilienz von Ökosystemen führt. Sie können aber zum anderen auch mit Schwächen oder Risiken verbunden sein, beispielsweise mangelnder Effizienz oder negativen Effekten auf Biodiversität oder Resilienz. Da die Ergebnisse globaler Potentialabschätzungen allgemein und für konkrete Umsetzungspläne wenig aussagekräftig sind, liegt der Fokus dieses Projekts auf der Untersuchung konkreter Wechselwirkungen von NCS bei Anwendung in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. 

Laufzeit: 07/2022 – 06/2023

Mittelgeber: 

Link zum Projekt auf der Homepage der DBU

Gängige Formen der Tierhaltung haben eklatante Auswirkungen auf die Umwelt und das Klima und tragen wesentlich zum Überschreiten verschiedener planetarer Grenzen bei; Arbeitsbedingungen in Produktion und Verarbeitung sind teilweise hoch problematisch, gängige Tierhaltungsbedingungen überwiegend auch. Ausgehend von dieser Diagnose beschäftigt sich die Arbeitsgruppe mit der Rolle von Fleischalternativen für eine Ernährungswende, d.h. eine Transformation hin zu umwelt-, klima- und sozialverträglicheren, tierwohlgemäßeren Ernährungsmustern.
Der Konsum von Fleischalternativen ist niederschwellig und kann daher einen Einstieg in eine Änderung von Einstellungen und des Ernährungsverhaltens auf Bevölkerungsebene ermöglichen. Aber ist er auch geeignet, um zu einer umfassenden, dauerhaften und nachhaltigen Transformation des Ernährungsverhaltens beizutragen?
Die Arbeitsgruppe untersucht, wie systemische Bedingungen so gestaltet werden können, dass der Konsum von Alternativprodukten einen “Einstieg in den Ausstieg” darstellt, d.h. transformativ wirksam wird. Die AG nimmt dazu zwei konkrete Alternativen zu konventionellem Fleisch in den Blick: In-vitro Fleisch (synthetisch hergestellte Gewebemasse) und Landschaftspflege-Fleisch (Fleisch von Tieren aus der Landschaftspflege).
Beide Alternativprodukte stellen Konsument:innen einen umwelt-, klima-, sozial und tierwohlverträglicheren Fleischkonsum in Aussicht. Im Gegensatz zu anderen (z.B. pflanzlichen oder Insekten-basierten) Alternativprodukten kommen sie dem Bedürfnis nach “richtigem Fleisch” und „echtem Genuss“ entgegen. Gleichzeitig weisen die beiden Alternativprodukte wesentliche Unterschiede auf: in-vitro Fleisch wird als technisch, künstlich und tendenziell eher unnatürlich angesehen, Landschaftspflege-Fleisch dagegen als traditionell und naturnah vermarktet.

Arbeitsgruppensprecherinnen: Dr. Lieske Voget-Kleschin, Dr. Frederike Neuber

Laufzeit: 10/2022 – 09/2024

Mittelgeber:

Link zur Arbeitsgruppe

Lehre

  • Wintersemester 22/23
    Proseminar „Ethik und Nachhaltigkeit“, Institut für Philosophie, Universität Rostock.
  • Wintersemester 21/22
    Proseminar „Theorie und Praxis der Umweltethik“, Institut für Philosophie, Universität Rostock
  • Sommersemester 2021
    Proseminar „Einführung in die Klimaethik“, Institut für Philosophie, Universität Rostock
  • Summer School 2018
    Intensiv-Kurs “Klimaethik” im Rahmen der Sommerakademie des Max-Weber-Programms und der Studienstiftung des deutschen Volkes, gemeinsam mit Prof. Dr. Konrad Ott

Veranstaltungen 2022

    • Ethik und Ästhetik von Naturgärten (Gesprächsrunde). 02.04.2022, Retschower Gärten, Hof Friiida.

Mitgliedschaften

Büro für Argumentation und Diskurs

Das Büro analysiert und kommentiert gegenwärtige Debatten zu Themen des Umwelt- und Klimaschutzes. Neben Auftrags-Gutachten bieten wir Vorträge und Workshops zu Themen der Partizipation, Diskursanalyse und nachhaltige Transformation an.